| Die Geschichte der Insel Exuma
in den Bahamas ist voll von Geschehnissen, die auch heute noch einen
wichtigen Teil der Kultur der Insel ausmachen. Peace and Plenty
ist stolz, Ihnen an dieser Stelle einen kurzen geschichtlichen Überblick
in fünf Teilen anbieten zu können. Außerdem werden
Sie entdecken, dass unser Resort und unsere Spezialangebote in vielen
Fällen die Geschichte und Kultur der Insel Exuma reflektieren.
Die Lucayan Indianer
Über die prekolumbianische Zeit ist wenig bekannt, aber es
wird allgemein angenommen, dass Exuma, wie andere Bahamas Inseln,
von friedlichen Lucayan Indianern bevölkert wurde, die auf
der Flucht vor einem Konflikt mit den kriegstreibenden Kariben nordwärts
kamen. Obwohl allgemein angenommen wird, dass der Name Exuma indianischen
Ursprungs ist, ist die genaue Herkunft nicht klar.
Die Ankunft der Spanier im Anschluss
an Kolumbus' Reisen brachte die ersten einschneidenden Veränderungen
nach Exuma und die Inseln der Gegend. Nahezu alle Lucayan Indianer
wurden gefangen genommen, versklavt und in den Feldern und Mienen
des spanischen Länder in Hispaniola und dem trockenen Zentral-
und Südamerika zur Arbeit gezwungen. Die Bahamas blieben leer
und als wertlos betrachtet bis etwa 1648 einige Engländer,
die sich selbst als Eleutherische Abenteurer beschrieben, den nördlichen
Teil der Insel, die heute Eleuthera genannt wird, besiedelten. Obwohl
die britischen Siedlungen wuchsen und in den folgenden Jahren New
Providence and Harbour Island hinzukamen, blieben die meisten der
äußeren Inseln bis Ende des 18ten Jahrhunderts nahezu
unbesiedelt. Auf Exuma gab es einige Salzgewinnungsanstrengungen
in der Nähe von Ocean Bight und den drei Saltsteichen auf Little
Exuma.
Die Loyalisten aus Amerika
Während des größten Teils des 18ten Jahrhunderts
wurden die Bahamas, die mitten in den karibischen Seewegen liegen,
von den Briten und Spaniern umkämpft - eine Angelegenheit,
die erst mit dem Versailler Vertrag von 1783 beigelegt wurde. Mit
diesem Abkommen gewann England das unumstrittene Recht auf die Bahamas,
wofür es die Halbinsel Florida an Spanien abtrat.
Später, mit der Ankunft der britischen Loyalisten
aus dem kolonialen Amerika (1783) erlebte Exuma seinen zweiten großen
Umbruch. Mit der Einwanderung der Loyalisten begann eine neue Ära
und der Grundstein für Exumas Geschichte wurde gelegt. Die
amerikanische Revolution war zuende und das Ergebnis der britischen
Niederlage war, das viele Kolonisten, die der britischen Krone treu
geblieben waren, in große Schwierigkeiten gerieten. Des Landesverates
angeklagt und für schuldig befunden, wurde ihr Eigentum konfisziert,
sie wurden von den Nachbarn geschmäht und waren gezwungen,
die Kolonien zu verlassen, einschießlich Florida, das gerade
vorher an Spanien abgetreten wurde. In dem Bemühen, seinen
unglücklichen Untertanen auszuhelfen, bot die britische Regierung
finanzielle Entschädigung und umfangreiche Landüberlassungen
in den nahezu menschenleeren Bahamas an.
Etliche dieser gebeutelten Loyalisten kamen nach
Exuma und da die meisten aus den Karolinen, Georgia und Florida
kamen, war der Anbau von Baumwolle ihre Hoffnung für die Zukunft.
England hungerte nach Baumwolle, zahlte hohe Preise und die Mühlen
in Manchester waren voll ausgelastet, um die hohe Nachfrage zu befriedigen,
was den Loyalisten die Möglichkeit bot, ihre Verluste in den
amerikanischen Kolonien wettzumachen. Fast 15 Jahre lang, von der
Mitte der 80er Jahre des 18ten Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende,
blühte Exuma auf. Mit einigen wenigen Ausnahmen, war die gesamte
Insel in loyalistische Länderein aufgeteilt, welche größtenteils
per Brandrodung freigelegt wurden und welche Feld für Feld
für den Baumwollanbau genutzt wurden. Diese neuen Landbesitzer
brachten Ihre Sklaven aus den Kolonien mit auf die Insel, denn die
Sklavenarbeit war notwendig, um die Baumwollwirtschaft blühen
zu lassen. Weitere Sklaven wurden aus West-Afrika importiert und
es gab einen kleinen Sklavenmarkt bei der damaligen Bowe's Taverne,
von der es heißt, dass sie dort stand, wo das heutige Peace
and Plenty Hotel steht.
In dieser wohlhabenden Zeit war Exuma eine lebhafte
Hafenstadt. Es gab mindestens zwei Händler, Walter Brown und
Thomas Teffair and Co., bei denen es umfangreiche Lager von Kleidung,
Lebensmitteln und Haushaltsgeräten aus England zu kaufen gab.
Schiffe verließen den Hafen direkt in Richtung London und
Liverpool, beladen mit Baumwolle und in vielen Fällen auch
Passagieren. Und natürlich gab es auch einen lebhaften Bootsverkehr
von und nach Nassau, dem Sitz der Regierung. Die Loyalisten, die
inzwischen die Mehrheit der britischen Bevölkerung auf den
Bahamas ausmachten, übernahmen langsam aber sicher - nach etlichen
politischen Machtkämpfen - die Führung der Generalversammlung.
Exuma war mit drei gewählten Mitgliedern seit 1784 in der Versammlung
vertreten. Etliche Exumianer nahmen eine prominente Stellung in
der Politik der Kolonie ein und John Kelsall, aus Little Exuma,
wurde 1794 zum Sprecher der Versammlung ernannt.
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Plantagenhäuser
auf Exuma in irgendeiner Weiser groß oder imposant waren.
Vielleicht beschlossen die Loyalisten erst einmal mit bescheidenen
Behausungen anzufangen, bevor sie später, wenn die neuen Geschäfte
florierten, erweitert oder neu gebaut werden könnten. Die vermutlich
umfangreichsten Anlagen der Ära waren das Kelsall Anwesen auf
Little Exuma und die Anwesen auf Crab Cay, von denen angenommen
wird, dass sie von William Walker erbaut wurden. Viele der alten
Mauern und Fundamente anderer Anwesen können noch heute auf
Exuma entdeckt werden.
Über die gesamte Länge von Great und Little
Exuma wurde eine Straße gebaut, die ziemlich genau dort verlief,
wo auch heute der Queen's Highway verläuft. Jeder Landbesitzer
war für den Teil der Straße verantwortlich, der durch
sein Grundstück lief, was dazu führte, dass sie nicht
immer in gutem Zustand war. Während der meiste Verkehr auf
der Insel per Pferd stattfand, waren einige Anwesen, die auf der
Rückseite der Insel lagen, auf den Transport per kleinem Segelboot
entlang der Küste angewiesen.
Einige der Exuma Loyalisten hatten Ländereien
hier, verbrachten aber einen Großteil Ihrer Zeit in Nassau
mit Handel, Geschäften oder der Juristerei und ließen
Ihre Baumwollgeschäfte von einem Aufseher leiten. Andererseits
gab es aber auch Vollzeitbürger auf der Insel und die prominenteren
von ihnen könnten mit einer Art Exuma Handelskammer verglichen
werden. Sie zeigten ein aktives Interesse an den Angelegenheiten
der Insel, dienten als Straßenkommissare, in einem Kommitee
für den Bau einer Kirche, als Abgeordnete in der Generalversammlung,
usw. Die Akten dieser Zeit sind voll mit solch Namen wie John Kelsall,
Jacob Winfree, Charles Dames, Thomas Forbes, John Mowbray, Walter
Brown, Nathaniel Hall, Nicholas Almgreen, William Clarke, Martin
Jollie, Benjamin Morley und John Stewart.
1791 wurde der Generalversammlung in Nassau ein
Gesetzentwurf vorgelegt, "um ein Stück Land auf der Insel
Exuma zu erwerben und dort eine Stadt zu gründen." Das
Gesetz wurde 1792 verabschiedet und die Stadt 1793 gegründet.
Der neue Ort wurde nach König George III von England "Georgetown"
benannt (damals in einem Wort geschrieben).
Damals war die Anglikanische Kirche, in der auch
die Loyalisten den Gottesdienst besuchten, Staatsreligion. Die Gesellschaft
für die Verbreitung des Gospels, die anglikanische Missionsorganisation,
schickte 1787 den Reverend Twining nach Exuma. Nach der Betreuung
durch verschiedene Missionare wurde 1802 eine Kirche errichtet und
geweiht. Die heutige St. Andrew's Kirche soll die dritte Kirche
auf diesem Standort sein. Die Anglikaner kümmerten sich nie
um die Sklaven und erst in den früher 1880er Jahren entwickelten
sich "abtrünnige" Kirchen - die Baptisten und ie
Methodisten - sie warben aktiv unter den Sklaven unter dem Banner
der Emanzipation. Eine scheinbar sehr bescheidene Schule wurde von
der Kirche errichtet.
Das Versagen der Baumwollkultur
Das beginnende 19. Jahrhundert bescherte Exuma (und anderen Inseln
in den Bahamas) seinen dritten und tragischen Wendepunkt in der
Geschichte: die Baumwollmissernte. Es war eine langsame, schleichende
Katastrophe für die Loyalisten und ab diesem Zeitpunkt schlugen
ihre Vermögen einen konstanten Abwärtskurs ein.
Der ursprüngliche Mutterboden Exumas wies mit
seiner dünnen Humusschicht auf Korallensand oder Korallgestein
nur begrenzte Kapazitäten auf. Obwohl diese Bedingungen anfangs
durchaus frisches Wachstum förderten, trugen die Loyalisten
fast die gesamte Humusschicht ab, um Land für ihre Baumwollfelder
zu gewinnen. So wurde der Mutterboden den starken Winden, den gelegentlichen
Regengüssen und den seltenen Hurrikanen, die die Insel heimsuchen,
ausgesetzt. Das Land wurde dann übermäßig bewirtschaftet
und ausgelaugt, ohne die Möglichkeit, es wiederzubeleben, so
dass die geschwächten Pflanzen zudem noch vom Chenillewurm,
einem raupenähnlichen Wurm heimgesucht wurden, der den Baumwollfasern
einen rötlichen Farbton verlieh.
Die Kolonialregierung versuchte dem
entgegenzuwirken, aber alle Versuche blieben erfolglos. Untersuchungen
wurden vorgenommen; prominenten Pflanzern wurden Fragebögen
auf der Suche nach Meinungen und Ratschlägen zugeschickt; und
das Parlament wurde beurlaubt, um den Abgeordneten die Möglichkeit
zu geben, zu ihren gefährdeten Feldern zurückzukehren.
Aber selbst die erfahrensten Baumwollpflanzer sahen kaum einen Hoffnungsschimmer
für den weiteren Baumwollanbau. 1802 war die Vorherrschaft
der Baumwollwirtschaft entgültig zuende und konnte nie wieder
auf Exuma oder einer der anderen Inseln Fuß fassen. Die Pflanzer
begannen abzuwandern. Einige gingen nach Nassau, um dort Geschäfte
zu machen oder zu handeln, einige gingen nach England, andere kehrten
in die Vereinigten Staaten zurück, wo sich das politische Klima
für zurückkehrende Loyalisten inzwischen verbessert hatte.
Eine Handvoll blieb auf Exuma, immer hoffnungsvoll, die Baumwollfelder
wieder aufleben zu lassen, und einige hatten vermutlich keine anderen
Alternativen. Es wurden Anstrengungen gemacht, die Ländereien
zu verkaufen, aber unter den gegebenen Bedingungen kam es selten
zu einem erfolgreichen Abschluss. In vielen Fällen wurden die
Ländereien schlichtweg verlassen und die Sklaven wurden sich
selbst überlassen.
Emanzipation
Etwa gleichzeitig mit dem Verfall der Baumwollplantagen, gewann
die Absolutionsbewegung in England an Kraft und Energie. Dies führte
zum vierten wichtigen Geschehnis, das die Zukunft Exumas bestimmen
würde: die Befreiung der Sklaven. Angefangen im ersten Jahrzehnt
des 19ten Jahrhunderts, fing das Parlament in England an, Resolutionen
zu verabschieden, die den Sklavenhandel einschräncken,die Behandlung
der Sklaven verbessern und den Sklaven gewisse Rechte einräumen
sollten. Die meisten dieser Maßnahmen, die von den Kolonien
in den westindischen Inseln bekämpft wurden, wurden von der
Generalversammlung der Bahamas nur widerwillig ratifiziert und nicht
wirklich energisch umgesetzt. Aber der Wunsch, die Sklaverei abzuschaffen,
wurde immer stärker und das Endergebnis war vorhersehbar. Es
gab verschiedene Vorfälle von Sklavenunruhen und 1829 kam es
zu einer Revolte auf der Rolle Plantage auf Exuma.1833 mußte
Gouverneur Smythe 55 bewaffnete Männer nach Exuma entsenden,
um die Lage zu stabilisieren. Im gleichen Jahr wurde in England
das Emanzipationsgesetz vom britischen Parlament verabschiedet.
Die Generalversammlung der Bahamas beugte sich dem Unvermeidbaren
und erließ Gesetze, die die Sklaven befreien sollten. Eine
sogenannte “Lehrzeit” sollte am 1. August 1834 beginnen,
um 1840 zu kompletter Freiheit zu führen. Diese Lehrzeit war
bedeutungslos, unmöglich zu verwalten und alle Sklaven wurden
am 1. August 1838 befreit.
Zu dieser Zeit waren die alten Ländereien der
Loyalisten bereits völlig vernachlässigt. Das Ende der
Sklaverei zerstörte auch die letzte Hoffnung, auf der Insel
eine funktionierende Landwirtschaft wiederherzustellen. Die meisten
der Nachfahren der alten Loyalisten-Familien waren gestorben oder
sind Jahre vorher schon abgewandert. Aber einige blieben und so
gibt es beispielsweise noch heute etliche Exumianer, die Ihre Vorfahren
bis zu Nicholas Almgreen zurückverfolgen können.
Die Sklaven waren jetzt frei, aber sie waren im
Grunde auf ausgelaugtem Land ausgesetzt und hatten neben der Landwirtschaft
kaum handwerkliche Fähigkeiten. Unter diesen Umstände
konnte sie kaum existieren. Sie hatten die Namen Ihre Sklavenhalter
übernommen und setzten die Arbeit auf dem Land zum eignen Unterhalt
fort. Da Lord John Rolle mit Abstand der größte Landbesitzer
und Sklavenhalter auf Exuma war, wird der Name Rolle von vielen
auf Exuma mit Stolz getragen – es heißt, etwa ein Drittel
der Bevölkerung trägt seinen Namen. In vielen Fällen
wurden die Grundbucheinträge verwechselt, aber durch Kauf,
Überlassung, Geschenk, Erbschaft oder Besetzung ging das meiste
Land langsam in den Besitz der ehemaligen Sklaven und Ihrer Nachfahren
über.
Es ist in der Tat ein Tribut an die Stärke
und Willenskraft der Exumianer, die sich im folgenden Jahrhundert
durchgesetzt, Familien gegründet und sich mit verschiedenen
Hilfsprogrammen und Unterstützung von der Kolonialregierung
über Wasser gehalten haben. Es im zweiten Weltkrieg und in
den darauffolgenden Jahren begann sich der Tourismus zu entwickeln
und bot somit einen Grad des Wohlstandes für die Insel. Mehr
und mehr Besucher aus den Vereinigten Staaten und Europa kamen,
um die Schönheit Exumas zu genießen. Wintergäste
fingen an, sich wirtschaftlich bemerkbar zu machen. Jobs wurden
geschaffen, örtliche Geschäfte gegründet und eine
neue Ära des langsamen Wachstums fand ihren Anfang.
Unabhängigkeit
Zuguterletzt der fünfte Meilenstein in Exumas
Geschichte: 1973 wurden die Bahamas eine unabhängige Nation
und legten die letzten Kolonialverbindung mit Großbritannien
ab. Der Übergang vom Kolonialstatus zu Unabhängigkeit
wurde friedlich und ruhig vorgenommen, was den Einwohnern sehr zur
Ehre gereicht. Die Bahamas sind jetzt eine Demokratie mit freien
Wahlen, freier Presse und mit Exuma in bedeutender Rolle als eine
der wichtigeren Inseln im Archipel.
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